Häufige Fragen zu CFDs
Was ist ein CFD, wie funktioniert der Hebel und welche Kosten kommen auf dich zu? Hier findest du die wichtigsten Antworten rund um den CFD-Handel, kurz und verständlich erklärt. Klick einfach auf eine Frage, um die Antwort zu sehen.
Grundlagen
Was ist ein CFD?
CFD steht für „Contract for Difference“, auf Deutsch Differenzkontrakt. Damit handelst du auf die Kursbewegung eines Marktes, ohne den Basiswert selbst zu kaufen, also keine echte Aktie und kein echtes Gold.
Entscheidend ist nur, wie sich der Kurs zwischen dem Öffnen und dem Schließen deiner Position verändert: Bewegt er sich in deine Richtung, gewinnst du die Differenz. Bewegt er sich gegen dich, verlierst du sie.
Welche Märkte kann ich mit CFDs handeln?
Fast alle großen Märkte: Aktienindizes wie DAX oder Nasdaq 100, Einzelaktien, Rohstoffe wie Öl, Edelmetalle wie Gold und Silber, Devisen (Forex) sowie bei manchen Brokern Kryptowährungen. Alles läuft über ein einziges Konto.
Was bedeutet Long und Short?
Mit einer Long-Position setzt du auf steigende Kurse, mit einer Short-Position auf fallende. Das ist ein großer Unterschied zum klassischen Aktienkauf: Mit CFDs kannst du in beide Richtungen handeln, und zwar genauso einfach.
Was ist der Unterschied zwischen CFDs und Futures?
Futures sind standardisierte Kontrakte, die an einer Börse gehandelt werden und ein festes Verfallsdatum haben. CFDs werden außerbörslich direkt mit dem Broker gehandelt und haben meist keinen Verfall.
Ein weiterer Vorteil von CFDs: Du kannst auch Bruchteile eines Kontrakts handeln und dein Risiko so feiner steuern.
Besitze ich beim CFD-Handel die Aktie oder das Gold?
Nein. Du handelst nur auf die Kursentwicklung, der Basiswert selbst gehört dir nicht. Deshalb hast du bei Aktien-CFDs zum Beispiel kein Stimmrecht auf der Hauptversammlung. Dividenden werden aber in der Regel über eine Ausgleichszahlung berücksichtigt.
Hebel und Margin
Was ist ein Hebel?
Mit einem Hebel bewegst du eine größere Position, als du an eigenem Kapital einsetzt. Bei einem Hebel von 20:1 reichen zum Beispiel 500 € Sicherheitsleistung für eine Position im Wert von 10.000 €.
Der Hebel wirkt in beide Richtungen: Gewinne und Verluste werden im selben Verhältnis vergrößert.
Was ist Margin?
Margin ist die Sicherheitsleistung, die der Broker für eine offene Position auf deinem Konto blockiert. Sie ist keine Gebühr, sondern ein Teil deines Kapitals, der während des Trades gebunden ist. Die Höhe hängt vom Hebel ab: Je geringer der Hebel, desto mehr Margin brauchst du.
Welche Hebel sind für Privatkunden in der EU erlaubt?
Die europäische Aufsicht ESMA hat Obergrenzen festgelegt:
- 30:1 für große Währungspaare (z. B. EUR/USD)
- 20:1 für andere Währungspaare, Gold und große Aktienindizes (z. B. DAX, Nasdaq 100)
- 10:1 für andere Rohstoffe und kleinere Indizes
- 5:1 für Einzelaktien
- 2:1 für Kryptowährungen
Was ist ein Margin Call?
Fällt dein Kontokapital durch Verluste unter die benötigte Margin, warnt dich der Broker. Das ist der Margin Call.
Für Privatkunden in der EU gilt zusätzlich die Glattstellungsregel: Sinkt dein Kapital auf 50 % der benötigten Margin, schließt der Broker automatisch Positionen, um weitere Verluste zu begrenzen.
Kann ich mehr verlieren, als ich eingezahlt habe?
Für Privatkunden in der EU gilt ein Negativsaldoschutz. Du kannst also nicht mehr verlieren als das Geld auf deinem Handelskonto. Dein gesamtes eingezahltes Kapital kannst du aber sehr wohl verlieren. Professionelle Kunden haben diesen Schutz nicht immer.
Kosten und Ablauf
Welche Kosten fallen beim CFD-Handel an?
Die wichtigsten Kosten sind:
- der Spread, also die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs
- bei manchen Kontomodellen eine Kommission pro Trade
- Finanzierungskosten, wenn du Positionen über Nacht hältst
Je nach Broker können weitere Gebühren dazukommen, etwa für Inaktivität oder Auszahlungen.
Was ist der Spread?
Der Spread ist die Differenz zwischen dem Kaufkurs (Ask) und dem Verkaufskurs (Bid). Jede Position startet deshalb mit einem kleinen Minus in Höhe des Spreads.
Bei liquiden Märkten wie dem DAX oder EUR/USD ist der Spread meist sehr eng, in ruhigen oder volatilen Phasen kann er sich ausweiten.
Was sind Übernachtfinanzierungskosten (Swaps)?
Hältst du eine CFD-Position über den Handelsschluss hinaus, berechnet der Broker eine Finanzierung, weil du mit Hebel handelst. Je nach Zinsniveau und Richtung kann das eine Belastung oder in seltenen Fällen eine Gutschrift sein.
Für Daytrader, die abends alles schließen, fallen diese Kosten nicht an.
Wie berechne ich Gewinn und Verlust bei einem CFD?
Gewinn oder Verlust = Kursdifferenz × Positionsgröße × Punktwert, abzüglich der Kosten.
Ein Beispiel: Du kaufst 1 DAX-CFD zu 1 € pro Punkt. Steigt der DAX um 50 Punkte, liegt dein Gewinn bei 50 € vor Kosten. Fällt er um 50 Punkte, verlierst du 50 €.
Zu welchen Zeiten kann ich CFDs handeln?
CFDs folgen meist den Handelszeiten des zugrunde liegenden Marktes, oft mit verlängerten Zeiten. Viele Index-CFDs und Forex kannst du fast rund um die Uhr von Montag bis Freitag handeln.
Achte auf Kurslücken am Wochenende: Montags kann der Kurs deutlich anders eröffnen als am Freitag.
Orderarten
Was ist eine Market-Order?
Mit einer Market-Order kaufst oder verkaufst du sofort zum nächsten verfügbaren Kurs. Sie ist die schnellste Art, eine Position zu eröffnen oder zu schließen.
Der Nachteil: Den genauen Ausführungskurs kennst du vorher nicht. In schnellen Märkten oder bei Nachrichten kann er vom angezeigten Kurs abweichen. Das nennt man Slippage.
Was ist eine Limit-Order?
Mit einer Limit-Order legst du fest, zu welchem Kurs du höchstens kaufen oder mindestens verkaufen willst. Eine Buy Limit liegt unter dem aktuellen Kurs, eine Sell Limit darüber.
Die Order wird nur zu deinem Limit oder einem besseren Kurs ausgeführt. Erreicht der Markt dein Limit nicht, wird sie auch nicht ausgeführt. Typischer Einsatz: Einstieg bei einem Rücksetzer an eine Unterstützung.
Was ist eine Stop-Order?
Eine Buy Stop liegt über dem aktuellen Kurs, eine Sell Stop darunter. Wird der Stop-Kurs erreicht, wird daraus eine Market-Order und sie wird zum nächsten verfügbaren Kurs ausgeführt.
Stop-Orders nutzt du zum Beispiel, um bei einem Ausbruch über einen Widerstand automatisch einzusteigen.
Was ist ein Stop-Loss?
Ein Stop-Loss schließt deine Position automatisch, wenn der Kurs einen festgelegten Verlustpunkt erreicht. Er ist dein wichtigstes Werkzeug, um das Risiko pro Trade zu begrenzen.
Technisch ist ein Stop-Loss eine Stop-Order. Bei Kurslücken oder sehr schnellen Bewegungen kann die Ausführung daher schlechter ausfallen als geplant. Manche Broker bieten gegen Gebühr einen garantierten Stop-Loss an, der genau zum festgelegten Kurs ausgeführt wird.
Was ist ein Take-Profit?
Ein Take-Profit schließt deine Position automatisch, sobald dein Kursziel erreicht ist. So sicherst du Gewinne, auch wenn du gerade nicht vor dem Bildschirm sitzt.
Technisch ist ein Take-Profit eine Limit-Order: Er wird zu deinem Zielkurs oder besser ausgeführt.
Was ist ein Trailing-Stop?
Ein Trailing-Stop zieht deinen Stop-Loss automatisch in einem festen Abstand hinter dem Kurs her, solange sich der Markt in deine Richtung bewegt. Dreht der Kurs, bleibt der Stop stehen.
Damit kannst du Gewinne laufen lassen und gleichzeitig einen Teil davon absichern. Beachte: Ist der Abstand zu eng gewählt, wirst du oft schon bei normalen Schwankungen ausgestoppt.
Sicherheit und Praxis
Wie sicher ist mein Geld beim Broker?
Seriöse Broker sind von einer Finanzaufsicht reguliert, zum Beispiel FMA, BaFin oder CySEC. Kundengelder müssen getrennt vom Firmenvermögen verwahrt werden. Je nach Land gibt es zusätzlich eine Anlegerentschädigung bis zu einer bestimmten Höhe.
Prüfe vor der Kontoeröffnung immer, wo dein Broker reguliert ist.
Für wen sind CFDs geeignet?
CFDs sind komplexe Produkte und eignen sich für Menschen, die die Funktionsweise von Hebel und Margin verstehen und Verluste finanziell verkraften können. Du solltest nur Geld einsetzen, auf das du verzichten kannst.
Ein Großteil der Privatkunden verliert beim CFD-Handel Geld. Jeder Broker muss seine eigene Quote im Risikohinweis veröffentlichen.
Wie begrenze ich mein Risiko beim CFD-Handel?
Die wichtigsten Werkzeuge sind ein fester Stop-Loss bei jedem Trade, eine Positionsgröße, die zu deinem Konto passt, und ein maximales Risiko pro Trade, zum Beispiel 1 % deines Kontos.
Genauso wichtig ist ein klarer Handelsplan, damit du nicht aus dem Bauch heraus entscheidest.
Kann ich CFD-Handel erst einmal üben?
Ja. Fast alle Broker bieten ein kostenloses Demokonto mit virtuellem Geld an. Dort lernst du die Plattform, Ordertypen und deine Strategie ohne finanzielles Risiko kennen.
Bedenke aber: Echtes Geld fühlt sich anders an, die Psychologie spielt im Live-Handel eine viel größere Rolle.
Wie werden CFD-Gewinne in Österreich versteuert?
Gewinne aus CFDs unterliegen in Österreich der Einkommensteuer und müssen in der Steuererklärung angegeben werden (Beilage E1kv). Bei ausländischen Brokern wird in der Regel keine Steuer automatisch abgeführt, du musst die Erträge also selbst erklären.
Welcher Steuersatz in deinem Fall gilt und wie du Verluste verrechnen kannst, klärst du am besten mit einem Steuerberater.
Hinweis: Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen keine Anlage- oder Steuerberatung dar. CFDs sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren.
