Erste Schritte

Du möchtest mit dem Trading beginnen und weißt nicht, wo du anfangen sollst? Diese sieben Schritte würde ich jedem Einsteiger mitgeben. Sie sind bewusst nüchtern: Der häufigste Fehler am Anfang ist nicht fehlendes Wissen, sondern zu früh zu viel Geld zu riskieren.

Vorab: Interessiert dich das Trading wirklich?

Der wichtigste Punkt kommt für mich noch vor allen anderen: ob du dich grundsätzlich für das Trading interessierst. Wenn du nur wegen des Geldes traden willst, wirst du meiner Meinung nach scheitern. Du brauchst Motivation und echte Leidenschaft für die Märkte.

1. Verstehe, womit du handelst

Lerne zuerst, wie ein Hebelprodukt funktioniert, was Margin und Spread bedeuten und wie schnell ein Konto bei falscher Positionsgröße leer sein kann. Bei CFDs verliert die große Mehrheit der Privatanleger Geld. Wer das vorher weiß, geht anders an die Sache heran. Die Grundlagen findest du in der CFD-FAQ und im Trading-Glossar.

2. Kläre, wie viel Zeit du hast

Deine verfügbare Zeit entscheidet, welcher Handelsstil zu dir passt. Daytrading heißt, während der Handelszeiten vor dem Chart zu sitzen. Wenn du Vollzeit berufstätig bist, wirst du dafür keine Zeit haben. Dann ist Swingtrading im Stundenchart oder im 4-Stunden-Chart die bessere Wahl: Du analysierst morgens oder abends, und deine Trades laufen über mehrere Tage.

3. Übe zuerst am Demokonto ohne echtes Geld

Lerne die Handelsplattform und den Markt zuerst im Demokonto und im Trading-Simulator kennen. Dort kannst du Orders, Stops und Positionsgrößen ausprobieren, ohne dass ein Fehler Geld kostet.

4. Wähle einen Markt und eine Methode und bleib dabei

Ein Markt, eine Zeiteinheit, wenige klare Regeln. Wer ständig zwischen Märkten und Strategien wechselt, kann nie feststellen, was funktioniert. Wie ich selbst vorgehe, beschreibe ich unter Der technische Handel.

5. Plane das Risiko vor dem Gewinn

Lege fest, wie viel du je Trade riskierst. Üblich sind 0,5 bis 1 % des Kontos. Daraus ergibt sich deine Positionsgröße, und jeder Trade bekommt vor dem Einstieg einen Stop. Das entscheidet stärker über dein Überleben am Markt als jede Einstiegsmethode. Mit dem Positionsgrößen-Rechner kannst du es durchrechnen.

6. Setze nur Geld ein, dessen Verlust nichts an deinem Leben ändert

Trading-Kapital ist Risikokapital. Nimm kein Geld, das du für Notfälle brauchst, und handle nie auf Kredit. In den ersten Monaten ist dein Einsatz realistischerweise Lehrgeld. Wechsle erst zu echtem Geld, wenn du deine Regeln im Demokonto über mindestens 50 bis 100 Trades eingehalten hast, und starte dann mit der kleinstmöglichen Größe. Echtes Geld fühlt sich anders an als Spielgeld.

7. Schreibe jeden Trade auf und werte ehrlich aus

Notiere Einstieg, Stop, Ziel, das Ergebnis in R und ob du dich an deinen Plan gehalten hast. Dein Journal zeigt dir, ob das Problem die Methode ist oder deine Disziplin. Meistens ist es die Disziplin.

Diese Schritte dienen der Orientierung und sind keine Anlageberatung.